Eine leistungsstarke neue Technologie zur Identifizierung von HIV-Hemmern

Eine leistungsstarke neue Technologie zur Identifizierung von HIV-Hemmern

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Anonim

vom Helmholtz Zentrum Munchen

Die Bereitstellung einer langfristigen HIV-Behandlung für über 33 Millionen infizierte Personen weltweit erfordert die kontinuierliche Entwicklung neuer HIV-Therapien. Virologen des Helmholtz Zentrums München haben ein zellbasiertes Testsystem zur einfachen und zuverlässigen Identifizierung von HIV-Hemmern entwickelt. Mit dieser neuen Technologie können große Sammlungen gut charakterisierter Reagenzien sowie Rohextrakte biologischer Proben gescreent werden. Das Testsystem wird in der aktuellen Ausgabe von Antimikrobielle Wirkstoffe und Chemotherapie ausführlich beschrieben.

EASY-HIT (Exploratory Assay SYstem zur Entdeckung von HIV-Hemmern) ist ein neues zellbasiertes Testsystem zur einfachen und zuverlässigen Prüfung von HIV-Hemmern. Dieses System wurde unter der Leitung von Professor Ruth Brack-Werner am Institut für Virologie entwickelt. Das Herzstück des Systems sind kultivierte menschliche Zellen, die es dem HIV ermöglichen, effizient in das System einzudringen und sich dort zu vermehren. Diese Zellen signalisieren eine HIV-Infektion durch Produktion eines rot fluoreszierenden Proteins. Die EASY-HIT-Technologie kann verwendet werden, um HIV-Inhibitoren zu identifizieren, die Wirksamkeit ihrer inhibitorischen Aktivität zu messen und das Replikationsstadium zu bestimmen, auf das der Inhibitor abzielt.

Die Forscher validierten ihre Technologie mit einem Panel von derzeit verwendeten Anti-HIV-Medikamenten und identifizierten anschließend 5 neue HIV-Hemmer. Sie zeigten auch, dass diese Technologie zum Nachweis von Anti-HIV-Aktivitäten in rohen Pflanzenextrakten eingesetzt werden kann. Die Forscher verwenden dieses System derzeit zur Untersuchung zahlreicher biologischer Proben für die Bekämpfung von HIV und haben bereits neue unerwartete Quellen für antivirale Aktivitäten entdeckt.

Stephan Kremb, Erstautor des Manuskripts, fasst zusammen: "Wir erwarten, dass das vielseitige und robuste EASY-HIT-System neue Ziele gegen HIV und neue Quellen für HIV-Hemmer identifiziert." "Unsere Technologie hat viele Anwendungen in der HIV-Forschung und im Arzneimittel-Design", fügt Ruth Brack-Werner hinzu.

HIV wurde zum ersten Mal in den frühen 1980er Jahren entdeckt und als Erreger von AIDS beschrieben. Da es noch keine Heilung für eine HIV-Infektion gibt, müssen HIV-infizierte Personen lebenslang mit antiviralen Medikamenten behandelt werden. Zu den Problemen bei derzeit verfügbaren Therapien zählen Nebenwirkungen von Medikamenten, das Auftreten resistenter Viren und die Kosten einer Langzeitbehandlung. "Wir hoffen ganz besonders, dass die EASY-HIT-Technologie die Entwicklung neuer Strategien für die HIV-Behandlung in Gebieten mit begrenzten Ressourcen fördert", so Ruth Brack-Werner.