"Radikale" Energiewende könnte 4 Mrd. Euro einsparen: WWF

"Radikale" Energiewende könnte 4 Mrd. Euro einsparen: WWF
Anonim

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Die Umweltgruppe WWF argumentierte am Donnerstag, dass eine radikale globale Umstellung auf saubere Kraftstoffe innerhalb von 40 Jahren zu Einsparungen von vier Billionen Euro pro Jahr und zur Bekämpfung des Klimawandels führen könnte.

Der vom WWF und der Unternehmensberatung Ecofys erstellte "Energy Report" soll durch "massive" Investitionen dafür eintreten, dass kohlenstoffreiche fossile Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas bis 2050 nicht mehr zu 95 Prozent zu sauberer Energie werden.

Eine solche Verlagerung sei zwar "eine radikale Abkehr vom derzeitigen Kurs der Menschheit" und ehrgeizig, aber technisch machbar und unvermeidbar, um die Kohlenstoffemissionen zu senken und die globale Erwärmung zu bekämpfen.

Der Bericht umreißt auch die wirtschaftlichen Vorteile trotz der Investitionen von 1 bis 3, 5 Billionen Euro pro Jahr, die für das nächste Vierteljahrhundert vorgesehen sind.

Derzeit stammen 80 Prozent der weltweiten Energie aus fossilen Brennstoffen, während die weltweiten Investitionen in saubere Energie laut dem Bericht bis 2009 110 Milliarden Euro erreichten.

"Bis zum Jahr 2050 sparen wir durch Energieeffizienz und geringere Kraftstoffkosten fast vier Billionen Euro pro Jahr im Vergleich zu einem" Business-as-usual "-Szenario."

Trotz der enormen Kosten, die mit einem Wechsel verbunden sind, wird in dem Bericht behauptet, dass das Gleichgewicht bis 2040 ausgeglichen sein könnte.

Der WWF hob Einsparungen von 500 bis 800 Milliarden US-Dollar pro Jahr in Abhängigkeit von den Rohölpreisen hervor, basierend auf jüngsten Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) und der OECD.

Dem Bericht zufolge würde die weltweite Energienachfrage mit diesen Schritten bis 2050 um netto 15 Prozent sinken, selbst bei Bevölkerungswachstum, industrieller Expansion und zunehmendem Wohlstand der Bevölkerung.

Abgesehen von häufiger befürworteten massiven Änderungen bei Kraftstoffen für Transport und Stromversorgung, nennt der Bericht eine Vielzahl von Schritten, um den Energieverbrauch in verschiedenen Lebensbereichen zu senken.

Es sieht vor, den Fleischkonsum in reichen Ländern zu halbieren, um die zunehmenden Methanemissionen von Nutztieren zu verringern, in armen Ländern jedoch um ein Viertel zu erhöhen, wobei sowohl die Gesundheits- als auch die Ernährungsbedürfnisse gedeckt werden sollen.

Eine bessere Isolierung, Sonnenenergie und Erdwärmepumpen für Wohnungen und Büros werden ebenfalls befürwortet, unter anderem durch die Sanierung bestehender Gebäude mit einer Rate von zwei bis drei Prozent der vorhandenen Grundfläche pro Jahr.

Der saudische Erdöl- und Energieminister Ali Ibrahim Al-Naimi sagte auf einem UN-Forum in Genf diese Woche voraus, dass sich der globale Energiemix auf etwa 50-50 zwischen Öl und erneuerbaren Energien oder anderen Quellen aufteilen würde.

Die OPEC wies darauf hin, dass der Gesamtenergiebedarf in den kommenden Jahrzehnten laut Prognose der IEA um fast 40 Prozent gestiegen ist, was durch den jüngsten Anstieg der Ölnachfrage in Schwellenländern wie China und Brasilien gekennzeichnet ist.

"Die Welt hat nicht den Luxus, eine bestimmte Energiequelle zu verwerfen", argumentierte Naimi. Er hat technologische Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltverschmutzung und der Emissionen von Öl unterstützt.