Forschungsprojekt zum unfallvermeidenden Fahrzeug abgeschlossen

Forschungsprojekt zum unfallvermeidenden Fahrzeug abgeschlossen

Video: Mit dem Kopf durch die Heckscheibe: Motorrad-Auffahrunfall mit 60 km/h (March 2020).

Anonim

von der Technischen Universität Darmstadt

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PRORETA 3 ist nach dreieinhalbjähriger Forschungsarbeit abgeschlossen: Das umfassende Fahrerassistenz- und Manövrierkonzept unterstützt den Fahrer dabei, das Fahrzeug in einem sicheren Fahrkorridor zu halten - mit dem Hauptziel, Unfälle zu vermeiden. Forschungsergebnisse und Forschungsvehikel wurden am Donnerstag (11. September) der Öffentlichkeit vorgestellt.

Während des dreieinhalb Jahre dauernden Forschungsprojekts PRORETA 3 untersuchten der internationale Automobilzulieferer Continental und die Technische Universität Darmstadt ein umfassendes Konzept für Fahrerassistenz und automatisiertes Manöver.

"Assistenzsysteme wie Lane Keeping Assist oder Forward Collision Warning funktionieren bisher als eigenständige, individuelle Systeme in Fahrzeugen. In PRORETA 3 haben wir die Fahrerassistenzsysteme so integriert, dass die Funktionen erweitert wurden und funktionierende Synergien bestehen erreicht wurden ", erklärt Professor Dr. Hermann Winner, Vorsitzender des Instituts für Fahrzeugtechnik der TU Darmstadt und Projektleiter von PRORETA 3.

"Die Integration ermöglicht eine optimale Ausnutzung der vorhandenen Sensorinfrastruktur im Fahrzeug. Der Fahrer im Forschungsfahrzeug wird von einem Gesamtsystem für Fahrsicherheit und Assistenz unterstützt - mit dem Endziel, Unfälle zu vermeiden", ergänzt Dr. Peter Rieth, Leiter Systeme & Technology in der Continental Division Chassis & Safety. Darüber hinaus wurde ein innovatives Informations- und Warnkonzept erforscht, das den Fahrer entlastet und ihm hilft, mit der Fahrsituation umzugehen. Die Forschungsergebnisse von PRORETA 3 und das Forschungsfahrzeug wurden auf dem Flugplatz August Euler in Griesheim (bei Darmstadt) präsentiert.

Das Fahrzeug befindet sich permanent in einem sicheren Fahrkorridor

Während der Fahrt befindet sich das Fahrzeug permanent in einem verkehrsrechtlichen sicheren Fahrkorridor, dem sogenannten Sicherheitskorridor. Dies geschieht so lange wie möglich ohne Eingriff. In kritischen Situationen greift das System bei Bedarf in Warnungen oder gar Korrekturmanövern ein - zum Beispiel bei überhöhten Kurvengeschwindigkeiten, beim plötzlichen Auftreten von Hindernissen, bei Kreuzungen und Baustellen sowie bei Abbiegemanövern, bei Falschfahrten oder bei Nicht-Kurvenfahrten. Einhaltung einer roten Ampel.

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Für diesen Sicherheitskorridor bestimmt das PRORETA 3-Konzept den für das Fahrzeug verfügbaren Freiraum. Das Modell berücksichtigt die vorhergesagten Positionen anderer Fahrzeuge, Straßengrenzen und Hindernisse sowie Fahrspurmarkierungen. Diese werden alle verwendet, um die Flugbahn des Fahrzeugs zu berechnen. Die Regelung dieser Trajektorie und die dem Fahrer im Human Machine Interface (HMI) angezeigten Informationen bilden ein durchgängiges Fahrerassistenzkonzept, das den Fahrer unterstützt und vor möglichen Gefahren schützt.

Automatisierte Ausführung ausgewählter Fahrzeugmanöver

Zusätzlich zur permanenten Sicherheitsfunktion bietet PRORETA 3 dem Fahrer eine kooperative Automatisierungsoption, die eine manövrierbasierte und teilweise automatisierte Fahrweise ist. Auf Fahrerbefehl übernimmt das Forschungsfahrzeug die Längs- und Querbewegung für ganze Manöver.

Dazu gehören sowohl Spurwechsel als auch Abbiegemanöver an Kreuzungen. Um beispielsweise das Abbiegen zu delegieren, reicht es aus, wenn der Fahrer den Blinker in einem bestimmten Abstand vor einer Kreuzung betätigt - dies leitet die automatisierte Ausführung des Manövers ein. "PRORETA 3 ist das erste Mal, dass ein solches Konzept der Automatisierung auf Manövrierebene in einem Forschungsfahrzeug umgesetzt werden konnte", berichtet Professor Dr. Hermann Winner.

Intuitive, transparente Mensch-Maschine-Schnittstelle

Für das Forschungsfahrzeug PRORETA 3 wurde ein innovatives Informations- und Warnkonzept erforscht: Das PRORETA-Kombiinstrument, eine 360-Grad-Lichtleiste mit abgestimmten akustischen Warnsignalen sowie das Accelerator Force Feedback Pedal (AFFP) informieren den Fahrer intuitiv Art und Weise über den aktuellen Assistenzmodus und relevante Gefahrensituationen. Eine Kamera im Fahrzeug analysiert kontinuierlich das Blickverhalten des Fahrers. Je nach Blickrichtung wird der Fahrer mit Hilfe eines „leichten Kometen“ gezielt auf kritische Verkehrssituationen aufmerksam gemacht. "Die transparente Funktionsweise dieser innovativen Instrumente ermöglicht es dem Fahrer, sich schnell und einfach mit der neuen Funktion vertraut zu machen", erläutert Ralf Lenniger, Leiter Interior Electronics Solutions bei Continental.