RheinMobil-Projekt liefert erste Trends für Wirtschaftlichkeit, Betrieb und ökologischen Nutzen

RheinMobil-Projekt liefert erste Trends für Wirtschaftlichkeit, Betrieb und ökologischen Nutzen

Video: LivingLab BWe mobil I RheinMobil (Dezember 2019).

Anonim

vom Karlsruher Institut für Technologie

1, 97 Tonnen CO2 weniger, hervorragend für den Pendelverkehr geeignet, Schnellladung als Voraussetzung für Wirtschaftlichkeit: Das sind die ersten Ergebnisse des RheinMobil-Projekts Elektromobilität nach 23.710 km. Diese Ergebnisse und weitere Trends stellten heute die Projektpartner Michelin, Siemens, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI vor. Mit dem RheinMobil-Projekt soll anhand von Geschäfts- und Pendlerfahrten aufgezeigt werden, dass bestimmte Nutzungsprofile einen wirtschaftlich effizienten Betrieb von Elektrofahrzeugen ermöglichen.

Seit Mai fahren Pendler aus dem Elsass mit Elektrofahrzeugen zum Karlsruher Michelin-Werk. Parallel dazu haben Siemens-Mitarbeiter für Geschäftsreisen zwischen den Siemens-Werken Karlsruhe und Haguenau Elektrofahrzeuge eingesetzt. Insgesamt werden täglich Strecken bis zu 360 km zurückgelegt. "Mittlerweile sind wir mit unseren Elektrofahrzeugen rund 24.000 km gefahren und haben viele Daten gesammelt, die unsere Vermutungen bestätigen: Bisher haben unsere RheinMobil-Fahrzeuge rund 2 t CO2 weniger ausgestoßen. Auf ein Jahr hochgerechnet wird die Emissionsreduzierung voraussichtlich knapp 4 t betragen im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen ", sagt Dr. Olaf Wollersheim vom Projektmanagement des KIT. Die technische Reife ist vergleichbar mit der herkömmlicher Fahrzeuge. "Wir sehen, dass der Pendelverkehr für den Betrieb von Elektrofahrzeugen sehr gut geeignet ist: Bereits mit wenigen Ladestationen und ohne regionale Ladeinfrastruktur können hohe Laufleistungen erreicht werden", sagt Dr. Kevin Stella, der das Projekt gemeinsam mit Wollersheim koordiniert. Da die einzelnen zurückgelegten Strecken zwischen 60 und 80 km variieren, ist die begrenzte Reichweite von Elektrofahrzeugen kein Hindernis. Darüber hinaus ist der Pendelverkehr durch lange Nichtbenutzungszeiten gekennzeichnet. Somit treten keine unerwünschten Wartezeiten auf.

Nach den bisher vorliegenden Daten sind jährliche Laufleistungen von fast 40.000 km möglich. RheinMobil will jedoch die Auslastung erhöhen, die in der nächsten Projektphase erprobt wird. Die Partner gehen davon aus, dass eine hohe Auslastung und ein schnelles Laden die Voraussetzung für Wirtschaftlichkeit sind. "In Tests mit höheren Nutzungsraten werden wir das Schnellladen innerhalb von 30 Minuten und seinen Einfluss auf die Batterieleistung untersuchen", betont Stella. Diese Tests basieren vor allem auf dem Know-how der Lithium-Ionen-Technologie aus dem KIT-Projekt Competence E.

Im Laufe des Projekts soll das Schnellladen verbessert werden. Es sind 3000 Schnellladevorgänge pro Jahr vorgesehen. Bei Michelin nutzen Mitarbeiter aus drei Schichten dasselbe Fahrzeug. Dies ist erforderlich, da die Fahrzeuge noch nicht wirtschaftlich betrieben werden, obwohl beim Bremsen etwa 15% der eingesetzten Energie zurückgewonnen werden, wodurch die mögliche Reichweite der Fahrzeuge erhöht werden kann.

Derzeit werden zwei Fahrzeuge mit jeweils sieben Personen von Michelin betrieben. Die tägliche Laufleistung beträgt ca. 320 km. "Dieses Projekt passt hervorragend zu unserer Unternehmenskultur und insbesondere zu unserer Charta" Leistung und Verantwortung ". Hier können wir unsere Werte" Respekt vor der Umwelt "und" Förderung von Innovation "in hervorragender Weise verbinden", erklärt Christian Metzger, Geschäftsführer des Michelin-Werks in Karlsruhe. "Und wenn wir, wie von der Bundesregierung geplant, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf den Straßen haben wollen, können wir es kaum erwarten, dass jemand anfängt."

"Wir wollen unseren Mitarbeitern Elektromobilität näher bringen und das Umweltbewusstsein stärken", betont Hans-Georg Kumpfmüller, Leiter des Siemens-Werks in Karlsruhe. Er fügt hinzu, dass die Fahrzeuge häufig für Geschäftsreisen in das rund 70 km entfernte Siemens-Werk in Haguenau (Frankreich) eingesetzt werden. Erste Nutzer der Elektrofahrzeuge sind mit dem Fahrkomfort sehr zufrieden.

Die Motivation und Erwartungen der Teilnehmer werden vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert. "Laut ersten Umfragen sind die Menschen aufgrund ihrer Neugier, der geringen Betriebskosten der Technologie und ihres Umweltbewusstseins motiviert, an dem Projekt teilzunehmen", sagt Professor Martin Wietschel. Die begrenzte Reichweite und das begrenzte Angebot an Elektrofahrzeugen seien derzeit die größten Hindernisse für deren breite Nutzung.

Dr. Veit Steinle, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), betont: "Die von der Bundesregierung initiierten Vorzeigeprojekte für Elektromobilität sind in vollem Gange. Die Trends und Zwischenergebnisse aus den Projekten, wie RheinMobil, überzeugen und sollten direkt für die Weiterentwicklung der Elektromobilität, in Vorzeigeprojekten und darüber hinaus eingesetzt werden: Die Bundesregierung fördert mit rund einer Milliarde Euro die Vorvermarktungsforschung zur Elektromobilität In die Vorzeigeprojekte für Elektromobilität in Baden-Württemberg, Bayern / Sachsen, Niedersachsen und Berlin / Brandenburg werden rund 180 Millionen Euro investiert, mit denen das Bundesverkehrsministerium die Elektromobilität anwendungsorientiert und offen unterstützen will Demonstrationsprojekte im Flotten- und Gewerbeverkehr stellen eine wichtige Rolle dar. Wir gehen davon aus, dass die ökologischen und ökonomischen Minderungspotenziale in diesen Bereichen sehr hoch. "

Das RheinMobil-Projekt ist eines von rund 40 Projekten im baden-württembergischen Elektromobilitätsschaufenster "LivingLab BWe mobil". Es wird vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) im Rahmen des Vorzeigeprogramms der Bundesregierung mit rund 1 Million Euro gefördert. Im April 2012 wählte die Bundesregierung vier Regionen in Deutschland als "Schaufenster für Elektromobilität" aus. In diesen Regionen werden Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben nach dem Beschluss des Deutschen Bundestages gefördert. Für das Showcase-Programm stellt der Bund Mittel in Höhe von insgesamt 180 Millionen Euro zur Verfügung. In groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotprojekten wird die Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem getestet. Weitere Informationen finden Sie unter www.schaufenster-elektromobilitaet.org.