Wonderwalls: Verstecktes System erleichtert älteren Menschen das Leben zu Hause

Wonderwalls: Verstecktes System erleichtert älteren Menschen das Leben zu Hause

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Anonim

von der Technischen Universität München

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Die meisten Senioren würden es vorziehen, so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden zu leben. Gedächtnisverlust und eingeschränkte Mobilität können jedoch zu Problemen führen. Gegenstände wie Brillen oder das Telefonbuch verschwinden in Luft, oder Senioren können sich nach einem Ausflug in die Läden auf der falschen Seite einer verschlossenen Tür befinden. Viele Senioren sind nicht gewillt, einen Fuß vor die Tür zu setzen, weil sie nicht in der Lage sind, sich fortzubewegen, oder sich einfach Sorgen um das Wetter machen.

Um diese Probleme zu lösen, haben Forscher der Technischen Universität München (TUM) und Partner aus der Wirtschaft ein Wandpaneel entworfen, das ältere Menschen in ihren eigenen vier Wänden unterstützen soll. In der Wand ist ein Tablet-Computer montiert, der alle benötigten Informationen aus einer Hand bietet. Die Wettervorhersage, Busfahrpläne, Telefonnummern und mehr können mit ein paar einfachen Berührungen auf dem Bildschirm abgerufen werden.

Der Prototyp wurde für einen Eingangsbereich entworfen und sieht aus wie ein Kleiderschrank. Aber das ist kein gewöhnlicher Kleiderschrank. Dank seiner intelligenten Technologie kann es eine Warnung ausgeben, wenn der Bewohner der Wohnung beim Öffnen der Haustür den Haustürschlüssel nicht vom Schlüsselhalter abgeholt hat. Die Wand kann auch andere Gegenstände verfolgen, die häufig verlegt werden. Es steuert ein "Indoor Positioning System", das beispielsweise eine Brille orten kann.

Wenn sich der Insasse nicht wohlfühlt, können Biosensoren wichtige Vitalfunktionen wie Blutdruck und Blutzuckerspiegel messen. Das System kann dann Empfehlungen ausgeben - von der Belastung bis zur Einnahme von Medikamenten. Wenn die Smart Wall ein kritisches Gesundheitsproblem erkennt, wird sie einen Arzt oder einen mobilen Pflegedienst kontaktieren. Diese Angehörigen der Gesundheitsberufe könnten sich auch mit dem Terminal verbinden, um regelmäßig den Gesundheitszustand der älteren Person zu überprüfen. Das Terminal könnte auch mit Einkaufs- oder Transportdienstleistern verbunden sein.

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Die Wandeinheit würde auch Gebäudeautomationsfunktionen übernehmen. Eine integrierte Klimaanlage würde die Frischluftzirkulation aufrechterhalten, wenn der Insasse vergisst, die Wohnung zu lüften.

Langfristiges Ziel der Forscher ist es, für jeden Raum ähnliche Wandpaneele zu entwerfen. In der Küche könnte die intelligente Wand das Kochfeld überwachen oder die Zubereitung von Mahlzeiten mit höhenverstellbaren Schränken erleichtern. Ein kleiner Assistent in Form eines mobilen Roboters könnte sich zwischen dem Flur und den anderen Räumen bewegen. Es könnte zum Beispiel einen Einkaufskorb mitnehmen und auf Befehl in die Küche bringen.

Die Wissenschaftler haben darauf geachtet, die Unabhängigkeit zu fördern: "Wir wollen, dass die Menschen ihre Unabhängigkeit so weit wie möglich erhalten", bekräftigt Prof. Thomas Bock vom TUM-Lehrstuhl für Hochbau und Robotik. "Die Hilfe sollte nur dann eingesetzt werden, wenn Menschen nicht mehr in der Lage sind, selbst etwas zu tun." Aus diesem Grund werden die Wände modular aufgebaut und bei Bedarf um neue Funktionen erweitert.

Die Baugruppe umfasst mehr als nur Hightech-Funktionen. Die Forscher erinnerten sich daran, die üblichen Hallenbeschläge hinzuzufügen. Neben handelsüblichen Kleiderhaken gibt es auch einen praktischen Schuhlöffel in Bodenhöhe.

LISA-Projekt:

Das Projekt "Selbständig leben in Südtirol / Südtirol (LISA)" wird vom Human Ambient Technologies Lab geleitet. Beteiligte Forschungsinstitute der TUM sind der Lehrstuhl für Hochbau und Robotik, der Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie sowie das neu geschaffene Münchner Zentrum für Technologie in der Gesellschaft. Betriebswirtschaftlich sind folgende Unternehmen am LISA-Projekt beteiligt: ​​MM Design, Frener & Reifer, Kompetenzzentrum Alpines Bauen (KAB), Pfeiffer Architekten, TIS Innovation Park und Barth Innenausbau. Das Projekt wird von der italienischen Provinz Südtirol unterstützt. Der Prototyp wurde bereits umfangreichen Tests unterzogen und die Geschäftspartner möchten in naher Zukunft ein fertiges Produkt auf den Markt bringen.